CMV-Screening

Was ist CMV?

Das Cytomegalievirus (CMV) gehört zur Familie der Herpesviren und ist weltweit verbreitet. Die Übertragung erfolgt über Speichel, Urin, Sperma sowie Blut. Die Erstinfektion verläuft in der Mehrzahl der Fälle ohne oder nur mit geringen Krankheitssymptomen und bleibt deshalb häufig unbemerkt. Manchmal zeigen sich neben unspezifischen Zeichen einer Virusinfektion (z. B. Kopf- und Gliederschmerzen, Unwohlsein, Fieber) Lymphknotenschwellungen und vorübergehende leichte Erhöhungen der Leberwerte. Schwere Verläufe werden überwiegend nur bei immunabwehrgeschwächten Patienten beobachtet. Wer einmal eine CMV-Infektion durchlaufen hat, behält das Virus lebenslang im Körper, allerdings unter dauerhafter Kontrolle des Immunsystems. Reaktivierungen sind möglich, verlaufen aber - außer bei Störungen der Immunabwehr - fast immer symptomfrei. Gleichzeitig besteht ein relativer Schutz vor einer erneuten Infektion.

CMV in der Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft kann das Virus über die Plazenta auf das Kind übertragen werden.
Besonders gefährdet sind Kinder, deren Mütter sich in der Schwangerschaft zum ersten Mal mit CMV infizieren. Eine Reaktivierung führt dagegen nur selten zu einer Infektion des Kindes, da die Mutter bereits schützende Antikörper gebildet hat, die verhindern, dass das Virus die Plazenta durchdringt. Da mindestens 45% aller Frauen bei ihrer ersten Schwangerschaft noch keine CMV-Infektion durchlaufen haben, ist eine Erstinfektion ein statistisch gesehen relativ häufiges Ereignis, das in etwa 1% aller Schwangerschaften eintritt.
In 40% dieser Fälle wird das Virus auch auf das Kind übertragen. Betroffene Kinder können bereits während der Schwangerschaft schwer erkranken (Leber- und Milzschwellungen, Blutarmut, Schädigungen des Gehirns) und nach der Geburt Folgeschäden entwickeln. Zu diesen gehören geistiger und körperlicher Entwicklungsrückstand, Intelligenzminderung, Sprach-, Seh- und Hörstörungen. Folgeschäden können auch dann auftreten, wenn die Erkrankung des ungeborenen Kindes nur leicht oder symptomlos verläuft.


Wie kann ich CMV-Infektionen bei mir nachweisen lassen?

Durch eine Blutuntersuchung mit Bestimmung der CMV-IgG und IgM-Antikörper kann festgestellt werden, ob bereits früher eine Infektion durchgemacht wurde und ein relativer Immunschutz vorliegt (CMV-IgG positiv, CMV-IgM negativ). Gleichzeitig werden mit Hilfe der CMV-IgM-Antikörper akute oder kurz zurückliegende Infektionen diagnostiziert (CMV-IgM positiv). Der Bluttest sollte idealerweise vor oder am Anfang einer Schwangerschaft durchgeführt werden und abhängig vom Ergebnis während der Schwangerschaft kontrolliert werden.  

Welche Konsequenzen hat der Nachweis von CMV-Immunität?

Sind die CMV-IgG-Antikörper positiv und die IgM-Antikörper negativ, besteht ein relativer Schutz vor einer erneuten Infektion. Werdende Mütter, die in Kindereinrichtungen tätig sind, können ihrer Tätigkeit weiter nachgehen, sofern sie gegen weitere potentielle Infektionserreger ebenfalls geschützt sind. Fehlt dieser Immunschutz (CMV-IgG negativ), besteht ein Infektionsrisiko und der Kontakt mit potentiell infektiösen Personen sollte vermieden werden. Da der Umgang und der enge körperliche Kontakt mit Kleinkindern die Hauptinfektionsgefahr darstellt, wird für Schwangere, die beruflich Umgang mit Kindern bis zum vollendeten 3. Lebensjahr oder zu älteren behinderten Kindern haben, ein Beschäftigungsverbot für die Dauer der gesamten Schwangerschaft ausgesprochen. Weiterhin sollten bei fehlendem Immunschutz regelmäßig Kontrolluntersuchungen erfolgen, um eine neu auftretende Infektion rechtzeitig feststellen zu können. Falls im Bluttest ein positives CMV-IgM nachgewiesen wird, sind weitere Untersuchungen erforderlich, um ggf. den Infektionszeitpunkt einzugrenzen. Im Falle einer frischen Infektion im Verlaufe der Schwangerschaft wird Ihr Arzt alle notwendigen Maßnahmen mit Ihnen entscheiden.

Wer trägt die Kosten für die Untersuchung?

Die Kosten für die Untersuchung einer vorangegangenen oder akuten CMV-Infektion werden von gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Lediglich bei Kontakt mit CMV-erkrankten Personen oder bei CMV-entsprechenden Erkrankungszeichen werden die Kosten getragen.