Toxoplasmose

Was ist Toxoplasmose?

Die Toxoplasmose ist eine durch einen einzelligen Parasiten - Toxoplasma gondii - hervorgerufene Infektionserkrankung, die weltweit bei Säugetieren und Geflügel auftritt. Die Toxoplasmose ist eine
häufige Infektion: in Deutschland infizieren sich ca. 50 - 60% aller Menschen im Verlaufe ihres Lebens
mit einer Toxoplasmose.

Wie wird Toxoplasmose übertragen?

Für die Übertragung auf den Menschen kommen im Wesentlichen zwei Infektionswege in Betracht: der Verzehr von rohem Erregerhaltigen Fleisch (z.B. Mett, Tartar) und der Kontakt mit den Ausscheidungen von Katzen.

Toxoplasmose-Erreger, die mit dem Katzenkot in die Erde gelangen, bleiben mehrere Jahre lebensfähig. Sie können sich deshalb auch bei der Gartenarbeit oder durch den Verzehr von kontaminiertem Obst oder Gemüse infizieren, selbst wenn Sie keine eigene Katze halten. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch (z.B. durch körperlichen Kontakt oder Niesen) ist nicht möglich.

Wie verläuft die Toxoplasmose?

Für ansonsten gesunde Menschen ist die Toxoplasmose normalerweise eine harmlose Infektion, die meist gar nicht bemerkt wird. Nur in ca. 10% der Fälle äußert sich die Erkrankung als leichter grippaler Infekt, der gelegentlich mit Schwellungen der Lymphknoten einhergeht. Eine einmal durchlaufene Infektion hinterlässt lebenslange Immunität.

Warum spielt Toxoplasmose in der Schwangerschaft eine besondere Rolle?

Eine erstmalige Toxoplasmoseinfektion der Mutter kann während der Schwangerschaft auf das ungeborene Kind übertragen werden, und zwar unabhängig davon, ob Symptome bemerkt werden oder nicht. Das Risiko der Übertragung nimmt mit zunehmender Schwangerschaftsdauer zu: es beträgt ca. 15% im ersten und ca. 60% im dritten Schwangerschaftsdrittel. Die Toxoplasmose ist für das Kind nicht harmlos: am Anfang der Schwangerschaft kann eine unbehandelte Infektion mit einem Abort enden, später dominieren Schädigungen des Gehirns und der Netzhaut. Der Schweregrad der Schädigung variiert in weiten Bereichen, manche Schäden werden unter Umständen erst in den ersten Lebensjahren sichtbar (Seh- und Hörschäden, Entwicklungsrückstand, epileptische Anfälle).

Wie diagnostiziert man eine Toxoplasmose?

Die Diagnostik einer Toxoplasmose erfogt über den Nachweis von Antikörpern im Blut. Zum Screening wird ein Test auf IgG-Antikörper gegen Toxoplasmose eingesetzt. Fällt dieser Test positiv aus, müssen zusätzlich IgM-Antikörper bestimmt werden, um eine akute Infektion auszuschließen. Die Untersuchung sollte zu einem möglichst frühen Zeitpunkt erfolgen, am besten unmittelbar nach Feststellung der Schwangerschaft.

Die Blutuntersuchung auf Toxoplasmose ist bisher nicht Bestandteil der Mutterschaftsrichtlinien. Die Kosten für das Screening auf IgG-Antikörper werden deshalb von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.

Was passiert, wenn ein Testergebnis auf eine akute Infektion während der Schwangerschaft hinweist?

Eine Toxoplasmose während der Schwangerschaft sollte antibiotisch behandelt werden. Dafür stehen verschiedene Präparate zur Verfügung. Einzelheiten der Behandlung (Dauer, Dosierung, Nebenwirkungen) wird Ihnen Ihr behandelnder Arzt erläutern. Eine Toxoplasmoseinfektion stellt für sich genommen keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch dar. Nach der Geburt sollte der Kinderarzt informiert werden, da die Therapie beim Kind fortgesetzt werden muss.

Wie kann ich mich schützen, wenn keine Immunität vorliegt?

Schwangere, die noch keine Toxoplasmose durchlaufen haben, sollten folgende Verhaltensregeln beachten:

  • Verzicht auf den Genuss von rohem oder nicht durchgegartem Fleisch
  • Händewaschen nach der Zubereitung von Fleisch und nach der Gartenarbeit
  • Obst und Gemüse vor dem Verzehr waschen
  • tägliche Reinigung der Katzenkiste mit heißem Wasser möglichst durch eine andere Person
  • Tragen von Handschuhen bei der Gartenarbeit

Hinweis:
Katzen, die seit Jahren ausschließlich in der Wohnung leben und kein rohes Fleisch fressen, kommen als Infektionsquelle nicht in Frage