Neuartiges Coronavirus (SARS-CoV-2, 2019-nCoV) - update

19.06.2020

CORONA-WARN-APP - WICHTIGE LABORINFORMATION

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient, die Bundesregierung hat gemeinsam mit der Telekom und SAP eine Corona-Warn-App entwickelt und am 16.6. zur Verfügung gestellt. Diese App leistet einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der aktuellen Pandemie und kann signifikant helfen, das aktuelle Infektionsgeschehen kontrollierbarer zu machen, in dem Infektionsketten für jeden Bürger selbst erfasst und vollkommen anonym an andere App-Nutzer weitergegeben werden können. Die App kann dem Benutzer dann empfehlen sich auf Coronavirus-2 mittels Abstrich auf SARS-CoV2 testen zu lassen. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Lösung ist die gesicherte Übertragung eines positiven Coronavirus-2 Testergebnisses in die App (Rachen/ Nasenabstrich). Um dies zu ermöglichen, befinden sich die Telekom und Vertreter der Labore seit einigen Wochen in enger Abstimmung. Bis diese Abstimmungen abgeschlossen sind, können Sie dennoch sowohl den Test durchführen lassen als auch im Falle eines positiven Testergebnisses dieses in die App hinterlegen. Den Befund erhalten Sie wie bisher üblich über den beauftragenden Arzt. Falls dieser positiv sein sollte, rufen Sie bitte die Hotline der Telekom unter der Rufnummer +49 800 7540002 an und teilen mit, dass Sie positiv getestet wurden. Sie erhalten dann von dort eine TAN, die Sie in der App eingeben können. Damit werden dann Kontaktpersonen anonym informiert, dass in ihrer Umgebung eine Person positiv getestet wurde. Ein Hinweis auf Ihre Person erfolgt dabei nicht. Wir arbeiten eng mit der Telekom und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zusammen, um so schnell wie möglich die angekündigte technische Anbindung zu realisieren. Bitte beachten Sie, dass die Ergebnisse des Antikörper Tests aus dem Blut derzeit nicht in die App eingegeben werden können.
 
Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Kooperation! Sie leisten einen wichtigen Beitrag in der Bekämpfung der Pandemie.
19.06.2020

Corona-Warn-App: Der Weg der Daten in die App

Nutzen Sie das Angebot dieses Testkonzeptes mit Bedacht und lassen Sie sich von den Konsequenzen für die Testperson und deren Umgebung leiten. Trotz erheblich gesteigerter Testkapazitäten sind wir nicht in der Lage, jeden Einwohner Bayerns beliebig oft auf das Coronavirus zu testen. Die Bundesregierung hat gemeinsam mit der Telekom und SAP eine Corona-Warn-App entwickelt und am 16.06.2020 zur Verfügung gestellt. Diese App leistet einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der aktuellen Pandemie und kann signifikant helfen, das aktuelle Infektionsgeschehen kontrollierbarer zu machen, in dem Infektionsketten für jeden Bürger selbst erfasst und vollkommen anonym an andere App-Nutzer weitergegeben werden können. Die App kann dem Benutzer dann empfehlen sich auf Coronavirus-2 testen zu lassen.
 
Ein wesentlicher Bestandteil dieser Lösung ist die gesicherte Übertragung eines positiven Coronavirus-2-Testergebnisses in die App. Um dies zu ermöglichen, befinden sich die Telekom und Vertreter der Labore seit einigen Wochen in enger Abstimmung. Die KBV hat am 24.6. weitere Beschlüsse über den neuen Muster 10C Schein gefasst. Wir werden die Anbindung an den Telekom Server schnellstmöglich realisieren, sobald die entsprechende IT- Infrastruktur zur Verfügung steht.
 
Von telefonischen Anfragen der Patienten bitten wir abzusehen, wir halten Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden.
23.04.2020

SARS-CoV-2-Antikörper

Zwischenzeitlich haben wir weitere Testverfahren zur Bestimmung von Antikörpern gegen das SARS-Coronavirus 2 validiert. Von diesen wird der Test der Fa. DiaSorin ab dem 27.04.2020 zusätzlich zum bisherigen Test der Fa. Euroimmun zur Verfügung stehen. Der Hersteller hat uns gegenüber ausreichende Lieferfähigkeit zugesichert. Das versetzt uns in die Lage, den Anstau an Proben innerhalb der KW 18 zu beseitigen. Weiterhin kann der neue Test auch in unseren Partnerlaboren in Bochum, Hamburg, Hannover, Mainz und Ritschenhausen durchgeführt werden.

Der Test von DiaSorin zielt nur auf IgG-Antikörper gegen SARS-CoV-2, eine Bestimmung von IgA ist damit nicht möglich. Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen, dass IgA als Marker einer sehr kurz zurückliegenden Infektion in einigen Fällen die Spezifität eines schwach positiven IgG sichern kann. In anderen Fällen, in denen nur IgA aber nicht IgG positiv gemessen wurde, führt die geringere Spezifität des IgA-Testes jedoch zu Schwierigkeiten bei der Interpretation des Befundes, die sich auch durch Kontrolluntersuchungen nicht immer beseitigen lassen. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Lieferschwierigkeiten beim IgA haben wir uns deshalb entschlossen, zukünftig auf die Bestimmung der IgA-Antikörper zu verzichten.

Bitte beachten Sie:
Antikörpernachweise sind nicht zur Diagnose einer Akutinfektion mit SARS-CoV-2 geeignet. IgG erscheinen durchschnittlich 2-3 Wochen nach Symptombeginn, meist erst dann, wenn keine Virus-RNA mehr nachweisbar ist. Eine Testung ist sinnvoll, um in anamnestisch begründeten Fällen eine vorausgegangene COVID19-Infektion aus der Retrospektive zu sichern, sofern keine PCR-Testung durchgeführt wurde oder der PCR-Test negativ war.
Der Nachweis von IgG ist ein Biomarker für eine durchlaufene SARS-CoV-2-Infektion, per se aber noch kein Beweis für eine länger anhaltende Immunität. Erste klinische Versuche zeigen aber bereits, dass Immunglobulin von Personen, die selbst eine Infektion überstanden haben, erfolgreich zur Therapie von COVID19 eingesetzt werden kann.

SARS-CoV-2

 
Nachfolgend eine Aktualisierung unseres Merkblattes zur SARS-CoV-2 (Sars-Corona-Virus-2) und die durch dieses Virus verursachten Erkrankungen (respiratorischer Infekt, Pneumonie, Bezeichnung Covid-19).
 
Masken. Die Infektion erfolgt durch Aerosole in der Ausatemluft. Eine chirurgische Gesichtsmaske schützt das Gegenüber, aber nicht den Träger. Eine FFP2-Maske mit Atemventil schützt den Träger, nicht aber das Gegenüber. Schutz für Träger und Gegenüber bietet eine CE-geprüfte FFP2-Maske ohne Atemventil, sie erschwert aber das Atmen. Das amerikanische Äquivalent zur CE-Markierung ist N95. Masken mit überschrittener Haltbarkeit bieten ggf. keinen sicheren Schutz, ggf. beim Hersteller nachfragen.
 
Inkubationszeit. Sie beträgt 2-14, meist 5-7 Tage. Infektiös (und PCR-positiv) werden die Infizierten etwa 2 Tage vor Beginn der Symptome. Die PCR ist also bei einem frisch Infizierten erst einmal negativ, und kann bei einem Symptom-negativen Patienten durchaus 2 Tage später doch positiv werden.
 
Teststrategie. Die Testung jedes Patienten mit respiratorischem Infekt auf SARS-CoV-2 würde in der Wintersaison die Testkapazität der Labore überfordern. Daher emphiehlt das Robert-Koch-Institut die Testung von Patienten mit
  • schweren respriatorischen Symptomen
  • aktuem Geruchs- und/oder Geschmacksverlust sowie
  • ungeklärten Erkrankungssymptomen und Kontakt mit einem bestätigten Covid-19-Fall
sowie allen Patienten mit respiratorischen Symptomen und
  • Zugehörigkeit zu bekannten Risikogruppen
  • Tätigkeit im medizinischen Bereich oder Pflege
  • erhöhter Expositionswahrscheinlichkeit im Haushalt oder einem definierten Cluster.
 
Abstrich. Bei einem Patienten mit einem respiratorischen Infekt durch SARS-CoV-2 ist ein korrekt durchgeführter nasopharyngealer Abstrich oder Rachen-Abstrich mit einem trockenen Tupfer (ggf. NaCl, keinesfalls Geltupfer) mit Beginn der Symptome i.d.R. positiv.
 
Die größten Erfolgsaussichten hat der (tiefe) nasopharyngeale Abstrich; mit dem gleichen Tupfer kann anschließend die Rachenhinterwand abgestrichen werden. Nur wenige Patienten sind in der Lage, bei sich einen solchen Abstrich korrekt durchzuführen, was die Sensitivität bei Selbstentnahme einschränkt.
 
Ct-Wert. Bei der PCR werden kleine Abschnitte des Virusgenoms wiederholt verdoppelt, also x2, x4, x8 usw. Nach 10 Zyklen ist das Material 1000fach vermehrt (exakt x1024), nach 20 Zyklen eine Million Mal, nach 30 Zyklen eine Milliarde Mal und 40 Zyklen eine Billion Mal. Der Ct-Wert gibt an, nach wie vielen Zyklen das PCR-Signal positiv wird. Hohe Ct-Werte entsprechen damit einer niedrigen Viruslast, niedrige Ct-Werte (um 20) einer hohen Viruslast.
Bei geringer Viruslast (Ct-Werten zwischen 35 und 40) wird die Aussagekraft eines positiven Ergebnisses durch den Nachweis aus zwei verschiedenen Genregionen gestützt.
 
Mit dem Antigentest werden Proteine der Virushülle nachgewiesen. Wie bei der PCR erfolgt der Nachweis aus einem Abstrich. Für einen positiven Nachweis sind einige Zehntausend Viren erforderlich. Die Tests werden an akut symptomatischen Patienten validiert, sollen aber infektiöse asymptomatische Patienten erkennen. Ein positives Ergebnis spricht für Infektiosität muss aber durch PCR bestätigt werden. Negative Ergebnisse sprechen gegen akute, kurzfristige Infektiosität. Antigentests sind derzeit nur als Vor-Ort-Tests verfügbar. Gegenüber dem Antigentest bietet die PCR eine hohe Empfindlichkeitsreserve bei ungenügender Probennahme.
 
Meldepflicht. Der Verdacht auf die SARS-CoV-2-Infektion ist nach § 6 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) unverzüglich, spätestens innerhalb von 24 h meldepflichtig. Der Einsender muss also nicht den positiven Erregernachweis des Labors abwarten, den meldet das Labor unabhängig vom Einsender. Bestätigt sich der Verdacht nicht, besteht eine unverzügliche Meldepflicht nach § 9 Abs. 3 IfSG.
 
Über die Konsequenzen aus einem positiven PCR-Ergebnis entscheidet das örtliche Gesundheitsamt, das dabei i.d.R. den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts folgt, aber nicht folgen muss. Zu beachten ist, dass Patienten nur für Verdienstausfall usw. entschädigt werden, wenn die Maßnahme (z. B. häusliche Quarantäne) durch das Gesundheitsamt angeordnet ist und nicht durch eine (nicht notwendige) Reise in ein bekanntes Risikogebiet verursacht wurde.
 
Verlauf. PCR-positive Patienten bleiben dies bis zu vier Wochen, allerdings war in einer Metaanalyse das Virus nach mehr als 9 Tagen nach Symptombeginn nicht mehr anzüchtbar. Dies spricht gegen lang anhaltende Infektiosität, ist aber nicht sicher.
 
Entisolierung. Die Aufhebung der häuslichen Isolierung erfolgt bei normalen Patienten nach 10 Tagen, sofern sie für mindestens zwei Tage symptomfrei sind, ohne weitere PCR-Testung. Nach schweren Erkrankungen sowie bei Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen ist zusätzlich eine negative PCR, ggf. eine PCR mit einem Ct-Wert >30 erforderlich, bei dem die Patienten postsymptomatisch als nicht mehr infektiös gelten. Diese Grenze von 30 gilt nicht für Kontaktpersonen, bei denen die Viruslast nach Testung noch deutlich ansteigen kann.
 
Antikörper. Im Lauf der Infektion entwickeln die meisten Patienten IgG-Antikörper nach 2-3 Wochen. Mit einem positiven Antikörpertest lässt sich eine SARS-CoV-2-Infektion bei zuvor grenzwertigem PCR-Befund wahrscheinlicher machen. Auch ein deutlich positiver Antikörpertest ist derzeit keine Garantie für Immunität. Die Kosten werden derzeit von den gesetzlichen Kassen nur zur Sicherung der Ursache einer zurückliegenden Infektion erstattet.
 
 
 
27.03.2020

Neueinführung: SARS-CoV-2-Antikörper (IgG/IgA)

Die SARS-CoV-2-Epidemie breitet sich weltweit explosionsartig aus. Mindestens 80 % der Erkrankungen verlaufen mit milden bis moderaten Symptomen, die vor allem bei Kindern deutlich geringer ausgeprägt sind als bei Erwachsenen, und werden deshalb nicht als SARS-CoV-2-Infektion diagnostiziert. Ebenso ist davon auszugehen, dass nicht alle klinisch manifesten Infektionen tatsächlich als COVID-19 diagnostiziert werden oder wurden.
Sofern sie keinen chronischen Verlauf nehmen, hinterlassen die meisten Virusinfektionen eine meist länger andauernde Immunität. Auch für SARS-CoV-2 ist diese Annahme vermutlich realistisch.
Dementsprechend stellt sich für viele Personen in nächster Zeit die Frage: Habe ich die Infektion bereits durchlaufen? Das ist insbesondere für Personal in kritischen Bereichen (Arztpraxen, Krankenhäuser, Polizei) von extremer Relevanz, auch wenn nach derzeitigem Kenntnisstand noch keine 100%igen Aussagen im Sinne von Immunität und langfristigem Schutz gegen Neuinfektionen möglich sein werden.
Der Nachweis von Antikörpern ist ein geeigneter Surrogatmarker, um eine rezente oder früher durchlaufene Infektion mit einem Virus anzuzeigen. Aus diesem Grunde führen wir ab sofort die Bestimmung von IgG- und IgA-Antikörpern gegen das SARS-CoV-2 Virus in unserem Labor durch.

Bitte beachten Sie:
Zur Diagnose einer SARS-CoV-2-Infektion ist immer der direkte Erregernachweis mittels PCR aus Nasopharynxabstrichen oder der unteren Atemwege (Sputum) die Methode der Wahl. Zum Zeitpunkt der akuten Infektion sind Antikörper in der Mehrzahl der Fälle noch nicht nachweisbar, eine Serokonversion (zuerst IgA gefolgt von IgG) tritt erst im Verlauf, u. U. erst zu einem Zeitpunkt ein, an dem die PCR bereits wieder negativ ist. Entsprechende Erfahrungen werden wir im Labor erst in naher Zukunft sammeln können.
Unsere interne Testung von Seren aus dem Vorjahr hat gezeigt, dass Kreuzreaktionen zu anderen Coronaviren vermutlich selten sind (wir haben unter 100 getesteten Seren kein IgG und nur ein positives IgA gefunden). Die Erfahrung zeigt aber auch, dass es keine serologischen Teste mit absoluter Spezifität ohne falsch positive Ergebnisse gibt. Die vom Testhersteller ermittelten Spezifitäten liegen für IgG bei 98.5% und für IgA bei 92,5%.
 
Material: 1 ml Serum
02.03.2020

Neuartiges Coronavirus (SARS-CoV-2, 2019-nCoV) - Neuregelung zur Labordiagnostik

Seit 28.02.2020 kann jeder Vertragsarzt nach eigener Entscheidung die Spezialdiagnostik veranlassen. Die Untersuchungsindikation sollte unter Berücksichtigung der Kriterien des RKI nach ärztlichem Ermessen gestellt werden.
Für die Erstattung der  Behandlungskosten sind die Fälle, bei denen ein klinischer Verdacht vorliegt oder eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde mit der Ziffer 88240 zu kennzeichnen. (Quelle KBV 27.02.2020)

Das RKI stellt ein Flussschema zur Verdachtsabklärung und Maßnahmen als Orientierungshilfe zur Verfügung.

Hinsichtlich der Meldepflicht sind die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Meldung von Verdachtsfällen zu berücksichtigen.

Der Verdacht auf COVID-19/SARS-CoV-2 ist begründet, wenn bei Personen mindestens eine der beiden folgenden Konstellationen vorliegt:

  1. Personen mit akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere oder unspezifischen Allgemeinsymptomen UND Kontakt mit einem bestätigten Fall von COVID-19/SARS-CoV-2
  2. Personen mit akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere UND Aufenthalt in einem Risikogebiet

 

Aufgrund der massiv steigenden Anforderungszahlen zur SARS-CoV-2-PCR können wir nicht ausschließen, dass es bei anderen PCR-Untersuchungen zu Verzögerungen kommen kann. Wir bitten Sie in diesem Fall um Verständnis.

11.02.2020

Neuartiges Coronavirus (2019-nCoV) - Diagnostik im Labor Augsburg MVZ

Der Nachweis des neuartigen Coronavirus (2019-nCoV) aus Nasen-/Rachenabstrichen, Sputum und anderen Materialien des Respirationstraktes wird ab 10.02.2020 in Augsburg durchgeführt.

 

Bitte trockenen Tupfer einsenden. Bei gleichzeitig gewünschter Untersuchung auf Influenza bitte 2 Abstriche entnehmen!

 

Hinweis: Die Positivenrate bei Anforderungen auf Influenza beträgt z.Z. ca. 40 %.

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